Geschichte des Kyffhäuserbundes

Aus der Geschichte des Kyffhäuserbundes

 

 

Fahne des Infanterie - Regiments 36

Aufgestellt 1740, aufgelöst 1806

Die Originalfahne ist seit 1945 verschollen

 

 

 

 

1786 baten 40 ehemalige Füsiliere des Infanterieregiments 36 um die Erlaubnis, in ihrer Heimstadt Wangerin eine Schützenbruderschaft gründen

zu dürfen. Der preußische König Friedrich II. (der Große) erteilte die Erlaubnis. Als Zeichen seiner Anerkennung verlieh er ihnen die Fahne ihresRegiments mit dem königlichen Wappen. Eine Nachbildung ist auch heute noch die Fahne des Kyffhäuserbundes.

 

1888 wurde dazu aufgerufen, dem Kaiser Wilhelm I ein Denkmal als Symbol deutscher Einheit im Kyffhäuser zu errichten. Die Bausumme wurde durch Sammlung der Kriegervereine in Deutschland aufgebracht. 1896 wurde das Denkmal eingeweiht. Es löste eine starke Einigungsbewegung aus. 1900 wurde der "Kyffhäuserbund" gegründet und umfasste bald alle Kameradschaften ehemalige Soldaten in Deutschland. 1919 übernahm der Generalfeldmarschall von Hindenburg die Ehrenpräsidentschaft des Kyffhäuserbundes. Als im Jahre 1932 Hitler und der Generalfeldmarschall von Hindenburg für das Amt des Reichspräsidenten kandidierten, rief der Präsident des Kyffhäuserbundes die Mitglieder auf, den Ehrenpräsidenten von Hindenburg zu wählen. Er wurde im Alter von 82 Jahren erneut Reichspräsident. Hitler verzieh dem Kyffhäuserbund diese Niederlage nicht.Die Kyffhäuser-Jugend wurde aufgelöst. Am 3. März 1943, verfügte Hitler die Auflösung des Kyffhäuserbundes mit inzwischen 4,3 Millionen Mitglieder. Das Vermögen wurde beschlagnahmt. 1945 fiel es an den Alliierten Kontrollrat.


Mit der Vereinigung Deutschlands bildeten sich auch in den neuen Bundesländern wieder Kameradschaften und Landesverbände. Es zeigte sich,

dass die Tradition des Kyffhäuserbundes trotz jahrzehntelanger Diffamierung und Verteufelung des Kyffhäusergedankens von einer Generation zur anderen überliefert wurde. Die Generation der Söhne und Enkel ist es, die jetzt in einem demokratischen Staat auch den Volksbund mit seinen sozialen und humanitären Zielen wieder aufleben lässt.Grundlage für die Arbeit des Kyffhäuserbundes ist auch heute noch die Verpflichtung der Wangeringer Füsiliere. So spielt die Fürsorge für bedürftige und kranke Kameradinnen und Kameraden eine große Rolle. Der Kyffhäuser pflegt die

Kameradschaft,fördert die staatbürgerliche Weiterbildung seiner Mitglieder und setzt sich für die Wahrung des Ansehens aller Soldaten

ein, die mit Überzeugung ihrem Staat zur Erhaltung des Friedens gedient haben.

Die Jugendarbeit nimmt einen gebührenden Platz ein, um junge Menschen für die Ideale des Kyffhäuserbundes zu gewinnen. Die Pflege und

Förderung des Sports auf allen Gebieten sowie insbesondere des Schießsports als interessante Freizeitbeschäftigung im Kameradenkreis ist

eine weitere Aufgabe derKameradschaften. Schießsportwettkämpfe bis zur Bundesebene sind als ernste sportliche Betätigung anzusehen. Es ist dem Kyffhäuserbund ein besonderes Anliegen, sich gerade in den dörflichen Gemeinschaften der Erhaltung und Pflege des Brauchtums und des örtlichen Gemeinschaftslebens anzunehmen. In der Zusammenarbeit mit aktiven und ehemaligen Soldaten zeigt sich der Kyffhäuserbund als Träger

soldatischer Tradition. Die Aufgaben vollziehen sich im nationalen und europäischen Bereich. Im Hinblick auf die politische Einheit Europas liegt hier ein Schwerpunkt.Der Kyffhäuserbund ist Mitglied in nationalen und europäischen Vereinigungen ehemaliger Soldaten und Traditionsverbänden. Der Kyffhäuserbund sucht das Gespräch der Versöhnung und Verständigung mit den ehemaligen Kriegsgegnern. So pflegt er enge Kontakte zu französischen, britischen und amerikanischen Vereinigungen und in jüngster Zeit auch mit sowjetischen Soldatenverbänden. Das Kyffhäuser-Denkmal als Symbol des Bundes steht mit der Vereinigung beider deutscher Staaten wieder inmitten Deutschlands. Es bleibt manchmal für Frieden, Freiheitund die Einheit Deutschlands. Mit dem Blick auf Europa geht der Kyffhäuserbund in das 3.Jahrhundert seiner Tradition. Der Kyffhäuserbund betrachtet dies als Erfüllung eines Vermächtnisses, ideellen Werte vorangegangener Soldatengenerationen zu bewahren. Als Volkbund unter der Kyffhäuser-Idee will er sich den politischen, gesellschaftlichen und sozialen Forderungen eines künftigen, gemeinsamen Europas demokratischer Völker in Ost und West stellen. Die damit verbundenen neuen Aufgaben erfordern Kreativität, Engagement aller Mitglieder und Durchsetzungswillen sowie Beweglichkeit bei der Lösung und Bewältigung. Die Jugend mit neuen Ideen und Energie ist hierbei besonders gefragt.

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